Elektrotechnik · Industrielle Elektrotechnik

Leistungsfaktor und Blindleistungskompensation

Aus Wirkleistung P sowie Anfangs- und Ziel-Leistungsfaktor werden Blindleistung vor und nach der Korrektur, die erforderliche Kompensation Qc und die Scheinleistung berechnet.

Erstellt am v1.0

Von Thibaut Grzelak, Berechnungsingenieur für Mechanik

Industrielle Elektrotechnik
01EingabedatenQc = Q₁ − Q₂
cos φ₁Q₁Qccos φ₂Q₂
Aus Wirkleistung P sowie Anfangs- und Ziel-Leistungsfaktor werden Blindleistung vor und nach der Korrektur, die erforderliche Kompensation Qc und die Scheinleistung berechnet.
02

Ergebnisse

Ziel-Blindleistung Q₂
—

Blindleistung beim angestrebten Leistungsfaktor.

Erforderliche Kompensation Qc
—

Zu kompensierende kapazitive Blindleistung zum Erreichen des Zielwerts.

Anfangs-Scheinleistung S₁
—

Scheinleistung vor der Korrektur.

Ziel-Scheinleistung S₂
—

Theoretische Scheinleistung nach der Korrektur.

Formel und Einsetzen der WerteQc = P · [tan(arccos(cosφ₁)) − tan(arccos(cosφ₂))]

—

Sinusförmiger stationärer Betrieb; die Wirkleistung P bleibt durch die Kompensation unverändert. Es gilt 0 < cos φ ≤ 1; der Ziel-Leistungsfaktor muss größer als der Anfangswert sein. Das Ergebnis dimensioniert Blindleistung in kvar, nicht unmittelbar Kondensatorkapazität in µF. Oberschwingungen, Resonanzen, Kondensatortoleranzen und Vorgaben des Netzbetreibers sind nicht enthalten.

01Formeln und Symbole

Verwendete Formeln

Q₁P · tan(arccos(cosφ₁))Blindleistung vor der Korrektur
Q₂P · tan(arccos(cosφ₂))Blindleistung beim Zielwert
QcQ₁ − Q₂Zu kompensierende Blindleistung
S₁P / cosφ₁Scheinleistung vor der Korrektur
S₂P / cosφ₂Scheinleistung nach der Korrektur
02Annahmen und Grenzen

Gültigkeitsbereich

  • Sinusförmiger stationärer Betrieb; die Wirkleistung P bleibt durch die Kompensation unverändert.
  • Es gilt 0 < cos φ ≤ 1; der Ziel-Leistungsfaktor muss größer als der Anfangswert sein.
  • Das Ergebnis dimensioniert Blindleistung in kvar, nicht unmittelbar Kondensatorkapazität in µF.
  • Oberschwingungen, Resonanzen, Kondensatortoleranzen und Vorgaben des Netzbetreibers sind nicht enthalten.
03Validierungsbeispiel

Numerischer Referenzfall

  1. P = 10 kW, cos φ₁ = 0,80 und cos φ₂ = 0,95.
  2. Q₁ = 10 × tan(arccos 0,80) = 7,50 kvar.
  3. Q₂ = 10 × tan(arccos 0,95) ≈ 3,29 kvar.
  4. Qc = Q₁ − Q₂ ≈ 4,21 kvar; S sinkt von 12,50 auf 10,53 kVA.
04Quellen

Technische Quellen

  1. IEC 60050-131 — Internationales Elektrotechnisches Wörterbuch: Schaltungstheorie.
  2. BIPM — Internationales Einheitensystem (SI), 9. Auflage.